Die Idee des WinD-Programms geht auf Monika Ziebell, die Koordinatorin von „Bildung trifft Entwicklung“(BtE) bei Engagement Global zurück. Um eine stärkere Vernetzung zwischen zurückgekehrten Freiwilligen zu fördern, wurde ein Team von Netzwerkmultiplikator*innen aufgestellt. Diese verbreiteten die Idee auf weltwärts-Nachbereitungsseminaren und unterstützen die Gründung erster WinD-Regionalgruppen Ende 2009.Die Regionalgruppen starteten erste Treffen und nutzten das WinD-Programm für Fortbildungen.

Ein Jahr später fand die erste WinD-Aktion statt: eine Stromwechselparty um für Ökostrom zu werben. Es folgten zahlreiche kleinere und größere Aktionen in den Städten der WinD-Gruppen.Dazu gehörten zum Beispiel faire Frühstücke, mit denen auf die schlechten Bedingungen in der Nahrungsmittelproduktion und die ungleichen Machtverhältnisse im Welthandel aufmerksam gemacht werden sollte. Mit Kleidertauschpartys wurde zum Verzicht auf übermäßigen Konsum aufgerufen und eine konkrete Alternative dazu aufgezeigt.

Im Oktober 2010 übernahm Dagny Wachs die Koordination des WinD-Programms. Es wurden zudem halbjährlich stattfindende überregionale Vernetzungstreffen der Gruppen organisiert. Zusätzlich entstand auch eine Struktur von Reginalkoordinator*innen, welche die WinD-Gruppen begleiten und beraten. Die Regionalkoordinator*innen, zu Beginn Referent*innen von BtE, werden seit 2014 nach und nach durch aktive WinDler*innen ersetzt.

Seit Beginn des WinD-Programmes entwickelt sich eine stärker werdende Selbstorganisation der Freiwilligen, die sich auch in zunehmend überregionalen und größeren Projekten zeigt. So findet im Mai 2015 zum ersten Mal das WinD Themenfestival statt. Es soll einen Raum bieten, sich ein Wochenende lang gemeinsam in Diskussionen und Workshops mit Themen auseinanderzusetzen, die uns als zurückgekehrte Freiwillige beschäftigen. Die Fotoausstellung „Sichtwechsel“ der WinD-Gruppe Mannheim/Heidelberg im September 2014 zeigte Bilder aus dem urbanen Großstadtleben in den drei afrikanischen Metropolen Addis Abeba, Kigali und Lagos. Die Bilder zeigen die Städte aus der Sicht ihrer Bewohner*innen und wollen damit stereotype Bilder von „Afrika“ hinterfragen. In der Vorweihnachtszeit fanden in den Jahren 2013 und 2014 in verschiedenen deutschen Städten Aktionen statt, die zur kritischen Auseinandersetzung mit dem weihnachtlichen Kaufrausch anregen wollten. In den Innenstädten wurden Weihnachtslieder mit umgedichteten Texten gesungen. Hierzu steuerten die WinD-Gruppen Stuttgart und Hamburg konsumkritische Adventskalender und Postkarten bei.

Ursprünglich stand WinD für „Weltwärts in Deutschland“. Da sich bei WinD jedoch auch Leute vernetzen und einbringen, die keinen weltwärts-Freiwillgendienst gemacht haben, haben wir uns 2014 entschieden, dass wir „WinD – Ein Netzwerk zurückgekehrter internationaler Freiwilliger“ heißen wollen.